23. Oktober 2019
Universität Zürich

Die Angst des Analytikers

Wolfgang Roell, Dr. phil. (Zürich)

  • für Studierende aller Fakultäten
  • jeweils am Mittwoch, 19:30–21:00 Uhr
  • Eintritt frei; anerkannt von SGPP und PSY-Verbänden, je 2 Credits
  • Hauptgebäude der Universität Zürich, Hörsaal KOL-G-204

Eine Veranstaltung des Freud-Instituts Zürich (FIZ). Kooperationspartner an der Universität Zürich: Studentisches Forum für Psychoanalyse (SFPa).

In psychoanalytischen Behandlungen können Analytikerinnen beziehungsweise Analytiker Angstgefühle erleben, die durch die Persönlichkeitsstruktur des Patienten oder der Patientin induziert werden (z.B. ein aggressiver Patient) oder die durch regressive Prozesse bedingt sind (z.B. die Angst, dass die Patientin dekompensiert). Diese bewusst erlebten Ängste werden durch unbewusste Ängste ergänzt, die sich zunächst durch entsprechende Abwehrprozesse bemerkbar machen: Der Analytiker macht z.B. aufmunternde Bemerkungen, um seine Angst abzuwehren, dass der Patient in eine Depression gerät.

Anhand einer Falldarstellung werden verschiedene Angstmanifestationen des behandelnden Analytikers und ihre Abwehr dargestellt. Die Bedeutung der Angst des Analytikers als eine Gegenübertragungsmanifestation wird untersucht und dabei die Hypothese aufgestellt, dass diese Gefühle, obwohl sie für die Behandlung von grosser Bedeutung sind, oft unerkannt bleiben, weil sie abgewehrt werden.