10. November 2017
Freud-Institut Zürich

Rendez-vous mit dem Autor

Thomas Ogden (1946-) Sprechen als träumen

Elena Hofmann, Dr. phil. (Zürich)

Moderation: Peter Fischer, lic. phil. (Zürich)

Thomas Ogden ist ein bedeutender und eigenwilliger zeitgenössischer Vertreter und Interpret analytischen Denkens. In zahlreichen interpretativen Artikeln der für ihn relevanten Autoren, z. B. Freuds «Trauer und Melancholie», Susan Isaacs`.«The nature und function of phantasy», Winnicotts «Fear of breakdown» lässt er den Leser seiner kreativen ‚träumenden‘ Art der Lektüre beiwohnen. Dabei zeigt er, wie er selbst über deren Kerngedanken nachdenkt, originell das Verständnis des Lesers anregt und ihn ermutigt, das Neuverstandene selbstständig weiterzudenken. «The reader must do a good deal of work here: he must not only read the paper, he must also write it» schreibt er in «Fear of breakdown and the unlived life» (2014). Auch elaborierte und überarbeitete Ogden die britische Objektbeziehungstheorie von Klein, Fairbairn, Bion und Winnicott, indem er die Konzepte «paranoidschizoide Position» und «depressive Position» um eine «autistisch-berührende» in «The Primitive Edge of Experience» (1989) erweiterte. Die Letztere soll die primitivste psychische Organisation der Erfahrung erfassen, in der sensorische, vorsymbolische Erlebnisbereiche überwiegen. In meinem Vortrag zeige ich, wie Ogden ausgewählte Kerngedanken von S. Freud und S. Isaacs liest, und ich veranschauliche an klinischen Vignetten, wie seine‚träumende‘ Art meine eigene analytische Arbeit mit Patientinnen und Patienten anregt.

  • jeweils im Freud-Institut Zürich
  • Beginn 20:30 Uhr
  • unentgeltlich
  • anerkannt von SGPP und PSY-Verbänden, pro Vortrag 2 Credits
  • Öffentliche Veranstaltungen, keine Anmeldung erforderlich