13. September 2019
FIZ


Forum

Freitag, 13. September 2019

20:30 Uhr
Freud-Institut Zürich

Psychoanalytische Arbeit in Zwangssettings –
Psychotherapie im Strafvollzug

Michael Daniel Keller, lic. phil. (Zürich)

Im Rahmen von gerichtlich angeordneten Massnahmen werden in der Schweiz stationäre und ambulante Behandlungen angeordnet. Stationäre Behandlungsmassnahmen können sowohl in psychiatrischen Krankenhäusern als auch in justizeigenen Massnahmenvollzugszentren des Strafvollzuges durchgeführt werden.
In einer Justizvollzugsanstalt, die ein isoliertes und totalitäres System darstellt, manifestieren sich schwerwiegende Persönlichkeitsstörungen und Perversionen in eindrücklicher Weise in der Beziehungsgestaltung der involvierten Menschen. Der fallführende Therapeut repräsentiert stets auch eine triangulierende Instanz im Namen der Justiz; er bestimmt über den Modus des Therapieberichtes, schätzt die Rückfallgefahr ein und damit die Gefährlichkeit des Täters, welche wiederum massgebend für dessen Zukunft im Massnahmenverlauf und auf dem Weg zur Reintegration in die Gesellschaft ist.
Mit diesem Beitrag gebe ich einen Einblick in das aussergewöhnliche Setting des stationären Massnahmenvollzugs gemäss Art. 59 StGB. Dies unter Berücksichtigung einer psychoanalytischen Perspektive und therapeutischen Haltung. Ich freue mich auf anregende Fragen und auf einen spannenden Austausch zu einem nicht genuin psychoanalytischen Arbeitsfeld.

Michael Daniel Keller, lic. phil. (Zürich). Fallführender Psychologe beim Psychiatrisch-Psychologischen Dienst des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich, Klinischer Psychologe, seit 2019 in eigener Praxis in Zürich tätig.

Moderation: Dominique Bondy Oppermann, lic. phil., M.A. (Zürich)

Die Veranstaltung des Forums ist öffentlich, Eintritt frei, anerkannt von SGPP und PSY-Verbänden, 2 Credits.