25. Oktober 2019
Zürich

Fokus-Tage - Öffentlicher Vortrag

im Rahmen der postgradualen Weiterbildung in psychoanalytischer Psychotherapie (PTW)     

"Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik OPD-2 in Praxis und Forschung"

Holger Himmighoffen, Dr. med. (Zürich)


Moderation: Thomas Koch, Dr. med. (Winterthur)

  • Freitag, 25. Oktober 2019
  • 20:30–22:00 Uhr
  • im Freud-Institut Zürich
  • unentgeltlich
  • anerkannt von SGPP und PSY-Verbänden, je 2 Credits
  • Keine Anmeldung erforderlich

Nicht wenige Psychoanalytiker und psychoanalytische Psychotherapeuten begegnen der standardisierten Diagnostik und Klassifikation mit einer berechtigten Skepsis. Etwa der Wegfall des Neurose-Konzepts im ICD-10 oder die hohe Komorbidität ohne Aussagekraft erweisen sich als Probleme. Auf der anderen Seite ist z.B. das Strukturniveau der Persönlichkeit von entscheidender prognostischer Bedeutung und gibt Auskunft, ob Modifikationen von der psychoanalytischen Technik notwendig sind. Zwar gab es schon seit den 60er Jahren interessante Versuche eine psychodynamische Diagnostik vorzulegen (etwa die „Scales of Psychological Capacities“ von Wallerstein oder das „Karolinska Psychodynamic Profile“ von Weinryb), jedoch erst der mit der erstmals 1996 veröffentlichten Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD), die inzwischen in zweiter modifizierter Version (OPD-2) vorliegt, gelang es ein reliables und im deutschsprachigen Gebiet verbreitetes Instrument in Form eines halbstrukturierten Interviews, vorzulegen, das auch für Gutachtenanträge oder Forschung hilfreich erscheint. Die OPD hat dabei mehrere Achsen (wie Beziehung, Struktur, Konflikt etc.), versteht sich als Ergänzung der phänomenologischen und atheoretischen Diagnostik und ist vorwiegend für psychoanalytisch arbeitende Psychotherapeuten konzipiert.

Holger Himmighoffen, Dr. med. OPD-Trainer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, tätig in eigener Praxis in Zürich und als Oberarzt in der PUK Zürich (Zentrum für Depression, Angsterkrankungen und Psychotherapie, KPPP), Spezialisierung in der Behandlung Affektiver Störungen.