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Psychoanalyse
Die Psychoanalyse ist eine ursprünglich von Sigmund Freud entwickelte Methode zur Erforschung des unbewussten Anteils psychischen Lebens. Die Psychoanalyse richtet sich vor allem an Menschen, die infolge persönlichen Leids und /oder aufgrund eines Forscherinteresses mehr über sich erfahren, die über sich nachdenken, sich erkennen und verstehen und sich tiefgreifend verändern möchten. Eine grosse Bedeutung kommt dabei dem eigenen Träumen und seiner Erforschung zu. Eine der erstaunlichsten Entdeckungen der Psychoanalyse ist, dass viele Schwierigkeiten der Menschen und ihre kulturellen und gesellschaftlichen Leistungen in einem Zusammenhang mit unbewussten, um die Sexualität kreisenden Konflikten stehen.

Unbewusste psychische Vorgänge üben einen weitreichenden Einfluss auf unser Denken, Erleben und Verhalten aus, und sie können psychische und körperliche Symptome verursachen. Kulturelle und politische Strömungen sind stark von unbewussten Kräften geprägt.

Es gibt psychoanalytische Theorien zum unbewussten Seelenleben des erwachsenen Menschen, zur kindlichen und adoleszentären Entwicklung und zum Alter. Daneben gibt es eine psychoanalytische Krankheitslehre und psychoanalytische Theorien über Gruppen und Organisationen und über Gesellschaften, Kulturen und Künste (Musik, bildende Kunst, Film und Literatur).

Als Behandlungsmethoden sind die Psychoanalyse und die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie besonders geeignet, die der Selbstbeobachtung nicht zugänglichen seelischen Vorgänge erlebbar und verständlich zu machen. Erleben und Einsicht ermöglichen Veränderungen in der Beziehung zu sich selbst und anderen und in der Arbeit und der Anteilnahme an Kultur und Gesellschaft. Diese Veränderungen gehen mit einer Verbesserung allfälliger Symptome einher. Über einige aktuelle Ergebnisse der sozialwissenschaftlich-empirischen Erforschung der psychoanalytischen Psychotherapien orientiert Sie die Informationsschrift der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung „Indikation und Wirksamkeit. Psychoanalyse und psychoanalytischen Verfahren in der medizinischen Versorgung“, die Sie beim Sekretariat bestellen können.

Seit ihren Anfängen vor hundert Jahren hat sich die Psychoanalyse in viele Richtungen entwickelt. Heute gibt es weltweit 20-30'000 Analytikerinnen und Analytiker, von denen etwa 11'000 Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) sind. Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker, die Mitglied der IPV sind, haben eine viele Jahre dauernde berufsbegleitende Ausbildung gemacht, die eine intensive psychoanalytische Selbsterfahrung, engmaschige Supervisionen und einen aufwendigen Theorieteil umfasst. Die Ausbildung wird mit einer Abschlussqualifikation beendet.

Die meisten Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker leben in Europa und Nord- und Südamerika. Es existieren etwa 80 Fachzeitschriften. Die psychoanalytische Wissenschaft ist seit ihren Anfängen stark in der psychoanalytischen Praxis verwurzelt und empfängt von dort bis heute wichtige Beiträge. Psychoanalyse wird aber auch an vielen Universitäten gelehrt. Über das ganze Jahr finden weltweit Tagungen zu einer Vielzahl von psychoanalytischen Themen statt. Psychoanalytische Forscherinnen und Forscher sind führende Mitglieder der Society for Psychotherapy Research (SPR) und geben der Psychotherapieforschung immer wieder entscheidende Impulse.
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